SV Böblingen schlägt abstiegsbedrohte Tübinger 3:0 – Tore durch Schragner, Ramadani und Knoll
Die SV Böblingen hat schon deutlich besser gespielt und nicht gewonnen. „Deshalb sind wir mit dem 3:0 auch zufrieden“, meinte Trainer Thomas Siegmund nach dem Pflichtsieg gegen einen arg biederen SV 03 Tübingen in der Landesliga, Staffel III. Auch wenn er sicherlich kein fußballerisches Glanzstück war.
Da Zimmern am Tag davor sogar ein 7:1 gegen Young Boys Reutlingen, die als Verein auf der Kippe stehen, vorgelegt hatte, bleibt’s vorläufig beim 5-Punkte-Rückstand auf den Tabellenzweiten.

„Das hat mich über weite Strecken an das 0:0 in Freudenstadt erinnert“, so Siegmund beim Pausengang. Seine Mannschaft war spielerisch deutlich überlegen, schien sich darauf aber auch auszuruhen. „Da fehlte der letzte Willen“, monierte der Trainer, auch die nötige Konsequenz im Abschluss. Seine Mannen begnügten sich damit, den Ball durch die eigenen Reihen und an den Tübingern vorbei laufen zu lassen, in Tornähe wurde es aber bescheiden.

Nach einem Gassenball von Nadir Mari auf Tim Kühnel hätte der aus 16 Metern einfach abziehen sollen, legte sich den Ball aber auf den linken Fuß, und schon war er weg. Mert Kizilagil flog in eine Flanke von Sascha Raich, köpfte aber weit vorbei, und eine Hereingabe von Marc Hetzel klärte 03-Keeper Max Steinhilber nur mit Mühe. Wie ein Boxer, der um seinen Gegner herumtänzelt, ihm ab und zu leicht eine mitgibt, aber keinen entscheidenden Treffer landet. Und dann fast selbst k.o. gegangen wäre. Plötzlich war der Tübinger Felix Müller frei durch, umkurvte SVB-Keeper Marijo Milcic, legte die Kugel zurück auf Mohammed Arfoui, doch der holte fast allein vor dem leeren Tor nur eine Ecke raus, weil er noch einen Böblinger anschoss (35.).
Höhepunkte bleiben auch nach dem Seitenwechsel überschaubar

Einen Knaller von Marc Poerschke aus spitzem Winkel lenkte Milcic gerade noch ans Lattenkreuz, ehe er auch noch einen Kopfball des langen Luka Silic aus kurzer Distanz von der Torlinie kratzte. Die Statistik zur Pause: Ballbesitzverhältnis 75:25 für Böblingen, nach klaren Chancen 3:0 für den Gegner, nach Toren 0:0. „Das hat nicht unseren Vorstellungen entsprochen“, räumte Siegmund ein. Sein Gegenüber Andreas Urban: „Wir haben den nötigen Biss vermissen lassen gegen einen sehr spielstarken Gegner, hätten früh 0:2 hinten liegen können, hätten aber auch aus unseren hochkarätige Möglichkeiten mehr machen müssen.“

Die Höhepunkte waren nach dem Wechsel überschaubar, das letzte bisschen Rest an Spielfluss erstickte ein arg kleinlich pfeifender Schiedsrichter. Dafür fielen endlich Tore. Nach einer Ecke von Daniel Knoll, der im zweiten Durchgang aus der Viererkette weiter nach vorne rückte, und einem Querschläger von Mert Kizilagil landete der Ball bei Fabian Schragner, der fackelte nicht lange – 1:0 (61.). Im Zusammenspiel mit Knoll wurde Marc Hetzel gelegt, den fälligen Elfmeter verwandelte Besim Ramadani souverän – 2:0 (77.). Und kurz vor Ende setzte Knoll einen direkten Freistoß in den Winkel – 3:0. Dazwischen bot sich Max Frölich noch eine gute Kopfballchance, genau wie für Sascha Raich nach einem mustergültig vorgetragenen Angriff über Daniel Fredel. Das sah schon eher nach gutem Fußball aus.

„Die zweite Halbzeit war gar nix“, war dafür 03-Trainer Urban bedient. „Für Abstiegskampf war das viel zu wenig.“ Auch Thomas Siegmund war nur bedingt einverstanden mit dem Gebotenen: „So werden wir nächste Woche in Ofterdingen nicht bestehen können.“ Und was die Rolle als Verfolger des Tabellenzweiten SV Zimmern angeht: „Eine interessante Situation. Wir arbeiten gerade sehr hart dafür, wollen auch unbedingt Druck machen. Und haben noch neun Spiele Zeit dafür.“

SV Böblingen: Milcic, Buscaglia, Kühnel (46. Ramadani), Knoll, Kizilagil (79. Kasapi), Schragner, Frölich, Nadir (88. Krämer), Raich, Hetzel (88. Mägerle), Fredel. Tore: 1:0 (61.) Schragner, 2:0 (77. Foulelfmeter) Ramadani, 3:0 (89.) Knoll. Schiedsrichter: Kapell (Künzelsau). Zuschauer: 200.