Mit dem 1:0-Sieg beim SV Seedorf ist die SV Böblingen ihrem Ziel, Platz drei in der Abschlusstabelle der Fußball-Landesliga, Staffel III, ein Stück näher gekommen. „Die Mannschaft ist das Spiel beim Letzten ernsthaft angegangen“, stellte der stellvertretende Abteilungsleiter Dieter Schneider zufrieden fest. „Was so selbstverständlich gar nicht ist, wenn man eine Woche davor noch gegen den Ersten Nagold gespielt hat.“

Sonderlich gefordert wurden die Böblinger allerdings über weite Strecken. „Ballbesitzverhältnis ungefähr 80:20“, so Schneider. Nach einem energischen Antritt zielte Marc Hetzel knapp am langen Eck vorbei (11.), wenig später fiel bereits das einzige Tor. Ein 22-Meter-Freistoß von Daniel Knoll wurde von der Mauer abgefälscht, landete an der Querlatte, beim Abpraller blieb Max Frölich Kopfballsieger, der Ball fiel Fabian Schragner vor die Füße, der ihn aus ganz spitzem Winkel mit der Innenseite ins gegenüberliegende Dreieck setzte. „So einfach war der gar nicht“, meinte der Torschütze nach seinem schon achten Saisontreffer spitzbübisch. Und das als Innenverteidiger.
Nach der Roten Karte für Seedorf ist es ein besseres Trainingsspiel

Weitere Möglichkeiten besaß Mert Kizilagil, erst nach feinem Doppelpass mit Damir Kaspai, dann wurde sein Schuss noch auf dee Torlinie geblockt. „Aber auch die Seedorfer hatten zumindest in der ersten Hälfte einige Chancen“, räumte Dieter Schneider ein. Erst klärte SVB-Keeper Jens Wolf per Fußabwehr, dann tauchte Jonas Haag plötzlich frei vor ihm auf, doch auch diesmal blieb der Böblinger Sieger. Nach der Pause waren die Aufreger an einer Hand abzuzählen. Einen Kizilagil-Schuss mit Schmackes faustete Seedorfs Torhüter zurück ins Feld, dann verarbeitete wieder Kizilagil einen weiten Diagonalpass von Fabian Schragner ganz elegant, doch sein Pass in die Mitte landete beim Gegner. „Das war irgendwie bezeichnet für unsere Angriffe“, stellte Dieter Schneider fest, „alles eher halblebig“.

Von Seedorf kam in diesen zweiten 45 Minuten gar nix mehr. Erst recht nicht nach 64 Minuten, als Rafal Szopa die Rote Karte sah. Mert Kizilagil wäre nach einem Gassenball frei durch gewesen, wurde aber unfair am Torschuss gehindert. In Überzahl ließen die Böblinger Ball und Gegner erst recht laufen – in der Schlussphase standen sogar noch Trainer Thomas Siegmund und Ersatzkeeper Marijo Milcic auf dem Feld. „Die personelle Not ist gerade groß“, sehnt sich Dieter Schneider das Saisonende herbei. Und das ausgerechnet vor dem letzten Heimspiel gegen den FC Holzhausen, einziger Konkurrent um den dritten Platz.

SV Böblingen: Wolf, Kalmbach, Kasapi (80. Siegmund), Ramadani, Knoll, Kizilagil (66. Mägerle), Schragner, Frölich, Esteves (46. Fredel), Raich, Hetzel (72. Milcic). Tor: 0:1 (15.) Schragner. Schiedsrichter: Iby (Neuhausen). Zuschauer: 100. Besonderes Vorkommnis: Rot Szopa (Seedorf/64.) Notbremse