SV Böblingen gewinnt bei Vizemeister Zimmern nach reifer Leistung mit 2:0 – Tore durch Daniel Knoll und Sascha Raich
Bloß die Bodenhaftung nicht verlieren! Diese Grundeinstellung war Trainer Thomas Siegmund von der SV Böblingen nach dem 2:0-Auswärtscoup beim SV Zimmern, Vizemeister der Fußball-Landesliga, Staffel III, deutlich anzumerken. „Das war erst der zweite Spieltag. Wenn wir noch 28-mal verlieren, steigen wir ab.“
Erst 4:1 in Holzhausen, jetzt 2:0 in Zimmern – das Auftaktprogramm hat’s in sich, die Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass sich die SVB in dieser Saison viel vorgenommen hat. „Wir sind in der richtigen Richtung unterwegs“, ließ sich Siegmund doch noch entlocken, „wenn man in Holzhausen und Zimmern gewinnt, hat man nicht viel falsch gemacht.“

Seine Mannschaft macht einen sehr stabilen und spielstarken Eindruck, kann gut verteidigen, hat aber auch genügend Spieler in ihren Reihen, die ein Spiel entscheiden können. Nach zwei Minuten wurde deutlich, dass sich die SVB bei Standards etwas ausgedacht hatte. Eine Ecke verlängerte der eine Innenverteidiger (Fabian Schragner) zum anderen (Max Frölich), der zum hinteren Pfosten durchgelaufen war, doch dessen Kopfball wurde gerade noch von der Linie gekratzt. „Da hätten wir schon in Führung gehen können.“

In der Folge wurde schnell deutlich, dass sich hier der Zweite und Dritte der Vorsaison gegenüberstanden, die liebend gerne wieder in ähnlichen Regionen landen möchten. Zimmern wählte die etwas unkonventionellere Methode, setzte auf Konter, versuchte den eigenen, großen Platz, auf dem es immer wieder Räume gab, schnell zu überbrücken. Der Abschluss von Lars Czerwonka allein vor dem fehlerlosen SVB-Keeper Dominik Traub war zu harmlos, wieder Czerwonka zielte zu hoch, dann war Traub gerade noch vor Zimmerns Torjäger Christian Braun am Ball, ehe Braun aus 16 Metern überhastet übers Tor schoss. Das hätte alles auch ins Auge gehen können. Auf der Gegenseite war ein Kopfball von Sascha Raich zu schwach, während SVZ-Torhüter Chris Fast einen Freistoß von Daniel Knoll aus dem bedrohten Eck boxte.

Nach 38 Minuten bewahrheitete sich eine alte Fußballweisheit: Nachsetzen lohnt sich immer! Die Situation schien bereits bereinigt, als es der aufgerückte Fabian Schragner doch noch einmal wissen wollte, tatsächlich an den Ball kam und ihn kurz vor dem Tor nur noch über die Linie stochern musste, als er gefoult wurde. Zimmern reklamierte Schauspielerei, der Böblinger verwies auf seine blutende Wunde im Gesicht, die Schiedsrichterin entschied auf Elfmeter, den Daniel Knoll sicher zum 0:1 verwandelte. Eine Führung, die aber fast nicht lange Bestand hatte, doch unmittelbar vor der Pause begrub Traub einen Czerwonka-Schuss fast vom Elfmeterpunkt aus unter sich. Die beste Chance für den SV Zimmern bis dahin.

Nach dem Wechsel schoben die Gastgeber das Ganze zehn, fünfzehn Meter weiter nach vorne, gingen früher drauf, erhöhten den Druck. Als Braun per Kopf traf, hatte der Linienrichter die Fahne oben – Abseits! „Das habe ich anders gesehen, das war Glück für uns“, räumte SVB-Trainer Thomas Siegmund ehrlich ein. Mitten hinein in diese Drangphase der K.o. für den Vizemeister: Daniel Knoll schickte Sascha Raich auf die Reise, der ließ seinen Gegenspieler im Laufduell schlecht aussehen, verlud auch noch den Torhüter – 0:2. Damit hatten die Böblinger ihrem Gegner den Stecker gezogen. Nur noch einmal musste Dominik Traub gegen Christian Braun eingreifen, auf der Gegenseite hatten die eingewechselten Abdoul Goffar Tchagbele und Tim Kühnel sogar noch das dritte Tor auf dem Fuß.
Zwei Heimspiele: Mittwoch gegen Nehren und Sonntag gegen Tübingen

„Wir haben jetzt eine spannende Woche mit zwei Heimspielen vor uns, darauf freuen wir uns“, schaute Siegmund gleich nach vorne. Am Mittwochabend (19.45 Uhr) kommt der SV Nehren, am Sonntag Aufsteiger SSC Tübingen. „Meister Nagold hat es uns in der vergangenen Runde gezeigt, man muss vor allem gegen die vermeintlich Kleineren gewinnen.“ Wobei er das keineswegs despektierlich gegenüber den anderen Mannschaften gemeint haben will. Was noch besser werden kann? Ein bisschen mehr Besonnenheit von außen kann nicht schaden, die Unruhe auf der Bank war auch am Samstag zu groß und kann auch mal nach hinten losgehen.

Konsequenz: Thomas Siegmund wurde von Schiedsrichterin Svenja Neugebauer (Langenargen), die zugegebenermaßen vor allem in der ersten Hälfte einige strittige Entscheidungen traf, hinter die Barriere geschickt, nachdem er seine bedauernswerte Trinkflasche mit einem weiten Kick aufs Spielfeld fliegen ließ. War unnötig und kostet vielleicht auch ein paar Euro Strafe.

SV Böblingen: Traub, Sener, Kalmbach, Fredel (89. Marques Moreira), Mayer, Knoll, Emireoglu (72. Tchagbele), Schragner, Frölich, Raich (85. Kizilagil), Hetzel (58. Kühnel). Tore: 0:1 (38. Foulelfmeter) Knoll, 0:2 (68.) Raich. Schiedsrichterin: Neugebauer (Langenargen). Zuschauer: 150.