Das 4:1 von Fußball-Landesligist SV Böblingen am Sonntag gegen den überforderten Aufsteiger Wittendorf ging in die Verlängerung. Die dritte Halbzeit ging noch einmal rund eineinhalb Stunden lang – mit einigen neuen Ideen, wie es in der Abteilung nach vorne gehen kann.
„Gut gelaufen“, brachte Dr. Alexander Kayser die 90 Minuten im Tribünenraum des Stadions auf den Punkt. Das neugewählte Vorstandsmitglied der SV Böblingen, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, dem siechenden SVB-Fußball wieder Leben einzuhauchen, präsentierte erste Ergebnisse und personelle Neuerungen. Aufbauend auf der zuletzt einstimmig verabschiedeten Geschäftsordnung hat die SVB mit Dominik Mast (Finanzen) und Ex-Kicker Thomas Hahn (Spielleitung) ab sofort zwei Ressortleiter (fürs Marketing wird noch jemand gesucht), die auch nicht von den Mitgliedern bei einer außerordentlichen Hauptversammlung gewählt werden müssen, sondern in enger Abstimmung mit Alexander Kayser ehrenamtlich tätig sein werden. „Wir heben das alles auf ein anderes Level. Es soll nicht verpflichtend sein, sie können auch jederzeit wieder aussteigen, was ich aber natürlich nicht hoffe.“

Dass vor allem auch die Mannschaft nach ihrem dritten Sieg in Folge und dem Vorstoß auf Platz sechs noch lange geblieben ist, nachdem sie bei der Jahreshauptversammlung vor rund zwei Wochen nur durch ihren Kapitän Fabian Schragner vertreten war, freute Kayser besonders, der für sich gleich einige neue Anregungen mitnehmen konnte. „Es waren auch frühere Ehrenamtliche da, die wir gerne wieder einbinden wollen.“ Überall klemmt’s im SVB-Fußball, überall besteht Handlungsbedarf. Doch die zupackende Art des 33-Jährigen kommt an, wirkt sogar ansteckend. Die Spannung bei den Besuchern, Sponsoren und ganz einfach Fans, die nach den 90 sehr ansehnlichen Minuten auf dem Platz gerne noch dablieben, um mitzuerleben, wie es bei der SVB in kleinen Schritten weitergeht, war fast greifbar, die positiven Nachrichten wurden begierig aufgenommen.

Es tut sich also wieder was in der SVB, Alexander Kayser stimmt sich mit den neuen und alten Verantwortlichen regelmäßig und intensiv ab. „Das muss sich entwickeln“, warnt er aber gleichzeitig vor zu hohen Erwartungen und übertriebenen Fortschritten. „Es gibt sehr, sehr viele Baustellen, wir fangen ganz unten an.“ Der Internetauftritt der Abteilung gehört für ihn ebenso dazu wie eine verstärkte Werbung für die Heimspiele. „Ich denke da an Plakate. Nächster Gegner ist der TV Darmsheim, ein Derby am Freitagabend. Vielleicht kriegen wir ja bis dahin schon was hin.“ Ganz klar für ihn, und dabei schließt er seine Mitstreiter mit ein: „Wir brauchen einen langen Atem.“

Quelle : Kreizeitung Böblingen