SV Böblingen bringt aus Ofterdingen einen verdienten 2:0-Sieg mit – Doppeltorschütze Daniel Knoll
Dieser 2:0-Auswärtssieg der SV Böblingen in der Fußball-Landesliga, Staffel III, ist aller Ehren wert. Was nicht so sehr am Gegner TSV Ofterdingen lag, sondern an den nicht einfachen Bedingungen.

„Eine Katastrophe“, meinte der nach der Pause eingewechselte Daniel Fredel, der die ganze Woche nicht trainieren konnte und deshalb erst mal auf der Bank Platz nehmen musste. „Eine Zumutung“, ergänzte sein Trainer Thomas Siegmund. Gemeint war der Rasen. Furztrocken, knochenhart und derart uneben, dass man es als normaler Fußgänger schon schwer darauf hatte. Noch schwieriger war es mit Ball. Ein gepflegtes Kurzpassspiel, eigentlich die Böblinger Stärke, war schier unmöglich, Tempodribblings – oft noch mit Gegenspieler als Begleitschutz – endeten oft im Nirwana, weil die Kugel versprang. Da kann man schon mal die Lust am Kicken verlieren.

Umso mehr muss man es der SVB hoch anrechnen, dass sie Geduld bewies, sich nicht aufs viel unkompliziertere Kick and Rush einließ, sondern immer wieder versuchte, mit Struktur und Köpfchen vors gegnerische Tor zu kommen. In der ersten Hälfte gelang das allerdings nur selten. Sascha Raich traf einmal das Außennetz, Daniel Knoll zirkelte einen 18-Meter-Freistoß an den Außenpfosten. Auf der Gegenseite war SVB-Keeper Marijo Milcic gegen den plötzlich im Strafraum auftauchenden Fabian Schmid und bei einer tückischen Bogenlampe auf dem Posten.

Nach der Pause tauchte Ofterdingen nur noch ein einziges Mal gefährlich im SVB-Sechzehner auf. Zuvor war der Ball ganz tückisch über Max Frölich versprungen, Philip Kalmbach beharkte den davoneilenden Tim Löffler, den Rest besorgte Milcic ganz unaufgeregt. „Wir haben nicht viel zugelassen“, lobte Siegmund seine Kanten in der Viererkette, die in der Tat alles wegräumten, was in ihre Richtung kam.

Auch die Angriffe wurden zwingender. Ein Kopfball von Kalmbach nach einer Ecke wurde noch abgelenkt, dann scheiterte der durchgebrochene Marc Hetzel an TSV-Torhüter Beuter. Die dickste Möglichkeit bot sich Sascha Raich, der – von Besim Ramadani in Szene gesetzt – den Innenpfosten traf (74.). Die SV Böblingen war also drauf und dran, das erste Tor zu schießen – und schlug noch zweimal eiskalt zu. Nach einem gut vorgetragenen Angriff legte wieder Ramadani auf, Daniel Knoll nahm aus rund 18 Metern mit der Innenseite Maß – 0:1. Unten rechts rauschte der Ball ins Netz (76.). Drei Minuten später: Nach einer Balleroberung von Daniel Fredel, das Nachsetzen lohnte sich auf diesem Platz ganz besonders, kam wieder Daniel Knoll aus ähnlicher Distanz zum Abschluss, diesmal zappelte sein strammer Schuss links unten im Eck – 0:2. Das war’s, Ofterdingen hatte danach nichts mehr zu melden, die Böblinger ließen Ball und Gegner fast wie im Training laufen.

„Ein verdientes 2:0“, schaute Thomas Siegmund sehr zufrieden drein. In der ersten Hälfte war das noch nicht der Fall gewesen, da musste auch zweimal die Wasserflasche als Wurfgeschoss herhalten, um sich abzureagieren, weil er mit der einen oder anderen Entscheidung des großzügig leitenden Schiedsrichters nicht einverstanden war. „Wir sind mit Überzeugung auf den zweiten Ball gegangen und mit dem nötigen Biss in Richtung gegnerisches Tor.“

Geändert hat sich an der Tabellensituation allerdings nichts. Konkurrent SV Zimmern auf Platz zwei gewann 1:0 in Tübingen, hat weiter fünf Punkte Vorsprung. Aber die SV Böblingen bleibt dran.

SV Böblingen: Milcic, Buscaglia (77. Hornung), Kalmbach, Ramadani, Knoll, Kizilagil (46. Fredel), Schragner, Frölich, Mari (88. Mägerle), Raich, Hetzel (88. Krämer). Tore: 0:1 (76.) Knoll, 0:2 (79.) Knoll. Schiedsrichter: Singer (Ratzenried). Zuschauer: 150.