Trostloses 1:4 in Zimmern
„Zimmern steht völlig zurecht auf dem zweiten Platz“, erwies sich Trainer Thomas Siegmund von der SV Böblingen als fairer Verlierer. Vor rund einer Woche hatte seine Mannschaft noch die Chance, den Rückstand auf den Tabellenzweiten der Fußball-Landesliga, Staffel III, auf zwei Punkte zu verringern, inzwischen sind es elf. Dazwischen liegen gleich drei Niederlagen in Folge, die letzte mit 1:4 in Zimmern nach einem reichlich uninspirierten Auftritt. „Zu mehr hat’s nicht gereicht“, zuckte Siegmund mit den Schultern, „Zimmern hat das aber auch gut gemacht.“

Die Böblinger in der Anfangsphase: Eher lustlos, ziemlich ratlos, fast schon wehrlos – alles irgendwie trostlos. Nach zwei Minuten zählte ein Treffer von Christian Braun wegen Abseits nicht, 60 Sekunden später nahm er einen Gassenball sauber an, ließ „Hochzeiter“ Marijo Milcic zwischen den Pfosten keine Chance – 1:0. 34 Kisten hatte Zimmerns Goalgetter vor dem Spiel bereits vorzuweisen – dass man so einen nicht frei rumlaufen lässt, sollte sich auch bis nach Böblingen herumgesprochen haben. Als Marcel Eisele die SVB-Abwehr überspielte, besorgte Kevin Müller den Rest – 2:0 (23.). Dann verschätzte sich Philip Kalmbach, Braun ließ sich nicht zweimal bitten – 3:0. Nach 25 Minuten hätten die mitgereisten SVB-Anhänger getrost wieder nach Hause fahren können, der Sonntag wäre wenigstens nicht komplett im Eimer gewesen.

Der offenkundige Unterschied beider Mannschaften: Die Zimmerner liefen mit Tempo auf die SVB-Abwehr zu, brachten sie damit immer wieder in Schwierigkeiten, die Böblinger spielten sich lieber die Bälle zu, hätten am liebsten noch im eigenen Sechzehner ein „Eckle“ aufgemacht.

Nach einer halben Stunde wechselte Siegmund zum ersten Mal aus, holte den bedauernswerten Nadir Mari vom Feld. Es hätte auch fünf andere treffen können. Tom Schmid traf noch das Außennetz, erneut Müller scheiterte ebenfalls ganz knapp, nachdem Besim Ramadani nach einem kurzen Abschlag sofort unter Druck gesetzt wurde. Das 0:3 zur Pause war eher schmeichelhaft.

Wer auf Besserung nach dem Wechsel hoffte, wurde schnell enttäuscht: Nach 48 Minuten nahm Schmid Maß – 4:0. Zimmern blieb auch in der Folge die um Längen torgefährlichere Mannschaft, wenigstens glückte Besim Ramadani per Handelfmeter der Ehrentreffer (72.). Weitere Möglichkeiten hatten Daniel Knoll, dessen Freistoß SVZ-Keeper Christ Fast aus dem bedrohten Eck fischte, und Max Frölich, der am langen Pfosten zum Schuss kam. Auch auf der Gegenseite war noch einiges geboten: Marijo Milcic ließ sich den Ball von Daniel Thieringer stibitzen, Fabian Schragner köpfte ihn gerade noch von der Torlinie. Das hatte fast schon was Slapstickhaftes.
Daniel Buscaglia wird nicht mehr für die SV Böblingen spielen

Was von der SV Böblingen in den letzten vier Spielen noch zu erwarten ist? „Wir wollen den dritten Platz verteidigen, das wäre nach einer insgesamt schwierigen Saison ein versöhnliches Ende“, so Siegmund. Nicht mehr dabei ist Daniel Buscaglia: Der stand beim Derby in Holzgerlingen noch auf dem Spielberichtsbogen, war aber über seine Nichtnominierung so erbost, dass er das Trikot gar nicht erst überstreifte. „Er wird für die SV Böblingen kein Spiel mehr bestreiten“, legte sich Siegmund fest.

SV Böblingen: Milcic, Kalmbach, Kasapi (58. Kizilagil), Ramadani, Kühnel (74. Esteves), Knoll, Schragner, Frölich, Mari (31, Hornung), Raich, Hetzel. Tore: 1:0 (3.) Braun, 2:0 (23.) Müller, 3:0 (25.) Braun, 4:0 (48.) Schmid, 4:1 (72. Handelfmeter) Ramadani. Schiedsrichter: (Hirschau). Zuschauer: 150.