Geldregen dank Fuso und Stegemann

Fußball: SV Böblingen bekommt Bonuszahlung über 8150 Euro vom DFB für ihre Talentförderung

 

BÖBLINGEN. Gute Nachwuchsarbeit macht sich bezahlt. Das hat nun auch die SV Böblingen gespürt. Denn die Karriere großer Spieler und Spielerinnen beginnt meist nicht in der Bundesliga, sondern in den kleinen Vereinen ihrer Heimatorte. So wie bei Ivana Fuso und Greta Stegemann, für die die SVB vom Deutschen Fußball nun 8150 Euro bekommen hat.
Diana Kienzle und Michael Supper vom Verbandsjugendausschuss des Württembergischen Fußballvereins (WFV) freute das genauso wie Evelyn Klumpp, die sich seit 2006 erfolgreich bei der SVB um die Fußballfrauen kümmert und den Scheck entgegennahm. Dieser honoriert seit 1997 bei den Junioren und seit 2005 bei den Juniorinnen die Talentförderung mit einem Bonussystem für Amateurvereine.
Die beiden 17-jährigen Junioren-Nationalspielerinnen Greta Stegemann und Ivana Fuso spielten von Kindesbeinen an für die SVB, ehe sie vor zwei Jahren zum SC Freiburg wechselten. Dort absolvierten sie mittlerweile ihre ersten Bundesligaeinsätze. Bei den Breisgauerinnen setzten Stegemann (mittlerweile schon 26 Länderspiele) und Fuso (35) ihre Karriere in den Nationalmannschaften erfolgreich fort. Unlängst wurden sie Vize-Europameisterinnen mit der U17, im Herbst steht die Weltmeisterschaft bei der U19 in Uruguay auf dem Programm.

Die unermüdliche Macherin Evelyn Klumpp kramte im Vorfeld nicht nur in ihrem persönlichen Archiv, um auf zwei Stellwänden die bisherige Erfolgsstory der beiden zu dokumentieren, sondern lud auch die ehemaligen Trainer – egal ob aus dem Verein, dem Stützpunkt oder dem Verband – zur Scheckübergabe ein. Für alle war es eine Selbstverständlichkeit dabei zu sein. Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht. Aber nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch über die Zukunft der beiden, die gerade erst in die Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison starteten, wurde viel geredet. Für die kommende Saison erhoffen sie sich möglichst „viele Einsatzzeiten“ in der Bundesligatruppe. Natürlich freuten sich beide mächtig für die SVB über den Geldregen, schließlich ist und bleibt sie ihr Heimatverein. Dieser bekam dann auch das größte Stück vom Bonuskuchen, das im Verbandsgebiet verteilt wird. „In 2018 bekommen 16 Amateurvereine bis zur 3. Liga Bonuszahlungen in Höhe von insgesamt 41 100 Euro“, verriet Diana Kienzle. Sie erklärte, wie die Talentförderung des DFB funktioniert und wann es Geld für die Vereine gibt. Im Bereich der Talentförderung wird eine umfangreiche Statistik über die eingesetzten Spieler in den U-Nationalmannschaften geführt. Berücksichtigt werden hier Spieler, die mindestens ein offizielles Länderspiel im Bereich der U16, U17, U18 oder U19 absolviert haben. Ist ein Spieler erfasst, wird die Karriere im Jugendbereich überprüft. Berücksichtigt werden im Rahmen der DFB-Bonuszahlungen die Vereine bis zur 3. Liga, die mindestens zwei Jahre an der Ausbildung der späteren U-Nationalspieler beteiligt waren. Klubs der 1. und 2. Bundesliga sind vom Bonussystem ausgeschlossen.

Natürlich gibt es Vorgaben, wofür das Geld verwendet werden muss, zum Beispiel für „Maßnahmen zur Förderung des Juniorinnenfußballs“. Also für Bälle, Trikots, Trainingsutensilien oder Ähnliches. Die zweckgebundene Verwendung durch den Verein wird vom jeweiligen Landesverband kontrolliert. Zur Zeit liegt der Sockelbetrag, der einem Verein für die zweijährige Ausbildung ausbezahlt wird, bei 1200 Euro. Für jedes weitere Jahr erhält der Verein 500 Euro zusätzlich. Hierbei handelt es sich um eine einmalige Zahlung. Fest steht somit, dass sich die Arbeit im Jugendbereich für Amateurvereine neben der sozialen Komponente auch finanziell lohnen kann.

Der DFB unterstützt somit seine Basis. Und davon profitieren nicht nur die Vereine, sondern in erster Linie die wichtigsten Akteure im Fußball: die Spielerinnen und Spieler.

 

Quelle:  Artikel vom 15. Juli 2018 – 16:00, Von Harald Rommel, krzbb.de