Wiedersehensfreude bei Trainer Mario Estasi vom SGV Freiberg

Ein munteres Spielchen bot die SV Böblingen dem SGV Freiberg, mit etwas Glück hätte es auch zu einem besseren Ergebnis als dem 1:3 gegen den Oberligisten reichen können. „Böblingen hat das sehr gut gemacht“, räumte auch Gäste-Trainer Mario Estasi ein, der selbst viele Jahre bei der SVB an der Seitenlinie stand. Und mit einem Schmunzeln: „Mich freut es immer wieder, meine ehemaligen Spieler wie Fabian Schragner oder Daniel Fredel zu sehen.“

Der Oberligist hatte einen ziemlich schweren Rucksack mitgebracht: zahlreiche verletzte Leistungsträger, ein Torwartproblem nach dem kurzfristigen Abgang der Nummer eins – und das überraschende Pokal-Aus am Freitagabend mit 2:3 beim Böblinger Landesliga-Konkurrenten VfB Bösingen. „Das versteht noch immer keiner“, schüttelte Estasi den Kopf. 2:0 führte der SGV, dann ließ sich der Oberligist von den Bösinger Zuschauern provozieren, ein Spieler sah Rot, Marius Müller traf dreimal – und schon war das Spiel komplett gedreht.

Auch gegen die SVB tat sich Freiberg mitunter schwer. Nach einem strittigen Zweikampf im SGV-Sechzehner ließ der Schiedsrichter weiterlaufen, er hätte auch auf Foul an Mert Kizilagil und Elfmeter entscheiden können. Stattdessen fiel das 0:1 durch einen knallharten Schuss von Mert Tasdelen unter die Latte, vorausgegangen waren aber gleich zwei Böblinger Patzer in der eigenen Hälfte. Im zweiten Drittel der auf dreimal 30 Minuten angesetzten Partie prüfte Alban Dodoli Freibergs Torhüter mit einem platzierten 18-Meter-Schuss, der genau in den Winkel gepasst hätte. Dann leistete sich Daniel Fredel als letzter Mann einen Ballverlust, der fast zum zweiten Gegentor geführt hätte, ehe Simon Klostermann doch das 0:2 erzielte. In der Entstehung hatte sich die SVB wieder einen Fehler zuviel in der Spieleröffnung geleistet. Beeindrucken ließ sich der Landesligist davon jedoch nicht. Emanoel Bushaj, einer der zahlreichen Jungspunde aus der Rubrik „Neuzugänge“, die selbstbewusst, mitunter sogar rotzfrech, auftrumpften, setzte sich gegen zwei Freiberger durch – nur noch 1:2. Schon beim 6:2 in Altburg hatte er zweimal getroffen. Und wieder Bushaj traf nach einem prima Gassenball von Florian Mayer genau ins lange Eck, diesmal hatte der Linienrichter aber die Fahne oben.

Im dritten Drittel brachte SVB-Trainer Thomas Siegmund auch noch Last-Minute-Neuzugang Ramadan Sherifi (TSV Dagersheim), der im Mittelfeld viele gute Momente hatte, sowie mit Ferdinand Schmidt und Bjarne Hamann zwei 17-jährige Frischlinge aus dem eigenen Nachwuchs, die gerade erst in die A-Jugend gekommen sind. Bushaj zwang den gegnerischen Torhüter noch einmal zu einer Glanzparade, auf der Gegenseite bedeutete das 1:3 durch Besnik Koci die endgültige Entscheidung. Trotzdem: ein mutiger Auftritt der SVB!

„Und das nach keiner so guten Trainingswoche, zudem fehlten auch noch einige wichtige Spieler“, schaute auch Thomas Siegmund zufrieden drein. „Dennoch ist es uns gelungen, bei Ballbesitz dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken. Sodass man nicht unbedingt gesehen hat, dass zwischen beiden Mannschaften ein 2-Klassen-Unterschied besteht.“ Kleine Einschränkung: „Gegen den Ball fehlt uns nach erst zwei Trainingswochen noch etwas die Puste. Trotzdem haben wir Freiberg immer wieder zu Fehlern gezwungen.“ Sein Gegenüber Mario Estasi: „Böblingen ist kein Fallobst, das haben meine Spieler schnell gemerkt.“ Und zur Ausgangslage eine Woche vor Saisonbeginn: „Eine interessante Aufgabe. Wir haben sechs Spieler aus der U19 übernommen, die müssen wir erst mal auf das Niveau der Oberliga bringen.“ Das braucht Zeit, dabei haben die Verantwortlichen der SGV eigentlich ganz andere Zielsetzungen.

Quelle : Kreiszeitung Böblingen